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Gesellschaftswissenschaften

Settling Into Motion

Bucerius Ph.D.-Stipendienprogramm für Migrationsstudien

Die Welt ist in Bewegung, das gilt für Menschen und Ideen, für Produkte ebenso wie für Technologien - auch Krankheiten erfassen Regionen und Kontinente. Städte und Kulturen wie auch die Strukturen von Familie und Arbeitsmarkt wandeln sich unter diesen Einflüssen der Globalisierung. Die Regulierungskompetenzen der Staaten werden in Frage gestellt. Migration ist somit ein weltweites Schlüsselphänomen.

Migranten gliedern sich in Gesellschaften ein, die selbst im Wandel begriffen sind. Daher wird der Begriff der Integration immer schwerer zu fassen. Die Notwendigkeit zur Veränderung besteht für jeden, egal ob zugewandert oder nicht. Manche Migranten bewahren vielfältige Verbindungen in ihre Herkunftsländer und schaffen so transnationale Räume, andere ziehen nach kurzer Zeit in Drittländer weiter. Alle sind in Bewegung.

Wie können Migranten und deren Herkunfts- und Aufnahmeländer von diesen Bewegungen profitieren? Vor welchen Herausforderungen stehen sie? Welche Strukturen und Verfahren müssen geschaffen werden, um Vielfalt zu nutzen? Das Bucerius Ph.D.- Stipendienprogramm 'Settling Into Motion' geht diesen Fragen nach. Jedes Jahr stellt die Ausschreibung ein anderes aktuelles Thema in den Mittelpunkt.

Jährlich vergibt die ZEIT-Stiftung 6-8 Stipendien in Höhe von monatlich 1.200 Euro für maximal 3 Jahre. 2011 stehen Migration, Staatsbürgerschaft und Menschenrechte im Fokus des Programms. Thema 2010 war Migration, Vielfalt und Zukunft der modernen Gesellschaften, 2009 Migration, Entwicklung und Umwelt.
Nähere Informationen unter www.settling-into-motion.de  

Dem Beirat gehören an:
Prof. Dr. Joaquin Arango (Universidad Complutense, Spanien)
Prof. Dr. Thomas Faist (Universität Bielefeld, Deutschland)
Prof. Ayse Kadioglu (Sabanci University, Türkei)
Christiane Kuptsch (Internationale Arbeitsorganisation ILO, Schweiz)
Prof. Dr. Peggy Levitt (Wellesley College, USA)
Prof. Dr. John Mollenkopf (City University of New York, USA)
Dr. Jens Schneider (Institute for Migration and Ethnic Studies, Niederlande)
Dr. Patrick Simon (Institut National d'Etudes Démographiques, Frankreich)
Prof. Dr. Steven Vertovec (Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften, Deutschland)
Dr. habil. Michael Werz (Georgetown University, USA)
 

Sommerakademie 'Stadt und Urbanität im 21. Jahrhundert'
Das 21. Jahrhundert ist das Jahrhundert der Städte. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit leben heute mehr Menschen in Städten als auf dem Land, und die Verstädterung der Welt wird sich in den nächsten Jahrzehnten fortsetzen. Zugleich erscheint aber aufgrund der Vielfalt der Entwicklungen immer unschärfer, was eine 'Stadt' eigentlich ist und was Urbanität ausmacht. Dabei bieten Städte als Konzentrationspunkte des Sozialen und Kulturellen auch Ansatzpunkte eines nachhaltigeren und zivileren gesellschaftlichen Lebens.
Um im Zeitalter der Städte 'Stadt' neu zu reflektieren, brachte die Sommerakademie der ZEIT-Stiftung im Juli 2008 Doktoranden diverser Disziplinen in Hamburg zusammen, die sich mit Aspekten des Themenfelds beschäftigten. Jenseits der eigenen Projekte ermöglichte die Begegnung ein 'wildes Denken', das in der disziplinären Spezialisierung meist zu kurz kommt. Die Akademie thematisierte Stadtplanung, Stadtgesellschaft, Globale Stadt und Sprache, Literatur und Urbanität. Die Teilnehmer lernten die großen Stadtentwicklungsprojekte Hamburgs, die HafenCity und die Internationale Bauausstellung 'Sprung über die Elbe' kennen und konnten ihre Reflexionen über Stadt und Urbanität im 21. Jahrhundert konkretisieren.

Programm und Plakat

Manfred Lahnstein-Doktorandenstipendium an der Universität Haifa
Die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius vergibt im Rahmen des Bucerius Instituts zur Erforschung der deutschen Geschichte und Gesellschaft an der Universität Haifa jährlich 2 bis 3 Manfred Lahnstein-Doktorandenstipendien für Nachwuchswissenschaftler verschiedener Disziplinen aus Deutschland und Europa. Das Manfred Lahnstein-Stipendium ging im ersten Jahr an eine Germanistin und einen Theaterwissenschaftler und 2009 an zwei Historikerinnen und einen Neurologen, 2010 arbeiteten drei Historiker in Haifa an ihrer Dissertation, 2011 zwei weitere Historiker.

Die jungen Wissenschaftler sollen ihr Verständnis von Israel durch den bis zu einjährigen Aufenthalt an der Universität Haifa vertiefen und ihre Dissertationen durch die Forschung vor Ort substantiell gewinnen. Die Stipendien richten sich auf Arbeiten in all jenen Disziplinen, die an die Universität Haifa vertreten sind. Das Manfred Lahnstein-Stipendium ist mit 1.000,- Euro monatlich dotiert.
Die Auswahl trifft eine Jury, der Vertreter der Universität Haifa und der ZEIT-Stiftung angehören.

Bucerius Institute for Research of Contemporary German History and Society
Das Bucerius Institute erforscht soziale und historische Themen des zeitgenössischen Deutschlands. Sein Ziel ist es, das Gegenwartsdeutschland als Gegenstand der historischen Forschung in den Blick zu rücken. Das 2001 an der Universität Haifa im Norden Israels von der ZEIT-Stiftung gegründete Bucerius Institute setzt dabei auf den intensiven Wissenschaftlerkontakt mittels Gastaufenthalten von Doktoranden, Habilitanden und Professoren. Die Manfred Lahnstein-Dissertationsstipendien ermöglichen ab April 2008 Nachwuchswissenschaftlern aus Deutschland einen einjährigen Forschungsaufenthalt an der Universität Haifa.   
Der Wissenschaftler-Aufenthalt, insbesondere von Nachwuchskräften, fördert den fachlichen Austausch über die akademische Sphäre hinaus. Vorlesungsreihen - zum Beispiel zu Migrations- und Integrationsfragen - sowie Gastvorträge, Workshops und Tagungen vermitteln in Israel Aspekte der politischen und gesellschaftlichen Wirklichkeit der Bundesrepublik.

Die Universität Haifa bildet eine einmalige Wissensgemeinschaft - von den 14.000 Studierenden gehören rund 20 Prozent der arabischen oder der drusischen Minderheit an.

Homepage des Bucerius Institute